Küche - 2025-10 - Seite 64-65: Aktuelle politische Entscheidungen verschärfen die Herausforderungen der Schädlingsbekämpfung. Für die Gastronomie bedeutet das: mehr Prävention statt Reaktion. Risiken müssen mehr denn je rechtzeitig erkannt und vorbeugende Maßnahmen konsequent umgesetzt werden, raten die Experten. > Schädlingsbefall in Küche und Restaurant sind ein Horrorszenario für Gäste und Betreibergleichermaßen. Manuel Klein, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure Deutschlands (BVLK), warnt: „Ratten und Mäuse könnten beim Essengehen und auch beim Einkaufen ein ständiger Begleiter werden." Aktueller Hintergrund für diese Aussage sind geplante neue Vorgaben im Umgang mit Rodentiziden. Streitfall Schlagfalle statt Rodentizide Das Umweltbundesamt (UBA) will Nagetierbekämpfungsmittel mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen (Rodentizide mit Antikoagulanzien) aus dem Verkehr ziehen und setzt stattdessen auf mechanische Schlagfallen. Der BVLK wehrt sich gegen das Vorhaben des UBA und hat sich deshalb einem Bündnis aus acht Schädlingsbekämpfer-Verbänden aus der Bundesrepublik angeschlossen. Während die Tiere bei den Fraßködern infolge innerer Blutungen binnen drei bis sieben Tagen sterben, wird ihnen bei den Schlagfallen das Genick gebrochen. Laut Dr. Anke Geduhn, wissenschaftliche Mitarbeiterin im UBA-Fachgebiet „Gesundheitsschädlinge und ihre Bekämpfung", liegen die Vorteile der Schlagfallen damit auf der Hand. Sie begründet ihre Position unter anderem damit, dass die Schadnager bei Fraßködern noch tagelang Krankheitserreger übertragen könnten. Außerdem falle das Entsorgen der Tiere bei Schlagfallen leichter, „weil sie nicht irgendwo versteckt, sondern in der Falle verenden". Vor allem aber seien „mechanische Fallen vergleichbar wirksam wie Rodentizide", betont Geduhn. Und tierschutzgerechter sowieso. Das habe die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) in einem Gutachten festgestellt. … Früherkennung wird wichtiger > Bevor es zu einem massiven Befall kommt, sollten Frühwarnsysteme installiert werden, rät unter anderem Experte Manuel Klein. Kotspuren, Fraßschäden, Häutungsreste und/oder ungewöhnliche Gerüche können typische Anzeichen für ein drohendes großes Problem sein. Deshalb sind regelmäßige Überprüfungen von bestimmten Kontrollpunkten, wie zum Beispiel dunklen Ecken hinter Geräten, Abflussbereichen oder Vorratsbehältern, empfehlenswert. … ff
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