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Textilpflege: Jan Kuntze, Geschäftsführer des regionalen DBL-Partners Kuntze & Burgheim

Küche - 2025-12 - Seite 11-: Jan Kuntze, Geschäftsführer des regionalen DBL-Partners Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH, erläutert im Interview, welche Stoffe heute in der Berufsbekleidung für Köchinnen und Köche eine Rolle spielen und wohin die Entwicklung geht. KÜCHE: Herr Kuntze, Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester sind bei Berufsbekleidung weit verbreitet. Was macht sie so beliebt - und wo sehen Sie Grenzen? Jan Kuntze: Die Kombination aus Baumwolle und Polyester hat sich in der Praxis als robust und pflegeleicht bewährt. Keine Fasermischung vereinigt so gut Tragekomfort und Langlebigkeit und ist dabei auch noch preislich so attraktiv. Denn die Baumwolle sorgt für angenehmen Tragekomfort und gute Hautverträglichkeit. Polyester bringt eine hohe Formbeständigkeit ,Strapazierfähigkeit und schnelle Trocknungseigenschaften mit. Der Nachteil: Polyester wird fossilen Ursprungsstoffen entnommen und ist nicht biologisch abbaubar. … Outdoor-Bekleidung wie Fleece- oder Softshelljacken bestehen meist aus 100 Prozent Polyester. Wieso ist das sinnvoll? Polyester nimmt kaum Feuchtigkeit auf, was Kältebrücken vermeidet. Zudem ist es leicht, elastisch und schnelltrocknend. Bei Softshelljacken etwa sorgt es - kombiniert mit einer Membran - für Winddichtigkeit bei gleichzeitiger Atmungsaktivität. Auch bei Fleece überzeugtes durch seine wärmende Wirkung bei geringem Gewicht. Softshell- und Fleecejacken bieten also einen hohen Tragekomfort und diese Jacken sind daher gemäß dem von Gesundheitsexperten empfohlenen Zwiebelprinzip als zweite Lage Ober einem T-Shirt- oder Hemd gut zu tragen. All diese Eigenschaften lassen sich mit Naturfasern derzeit nicht in gleicher Weise realisieren - zumindest nicht, wenn man den Anspruch auf industrielle Waschbarkeit und Langlebigkeit bedenkt. … Gibt es denn aktuell noch weitere Materialien, die gleichzeitig strapazierfähig, nachhaltig produziert und gut recycelbar sind? Mir sind keine bekannt. Materialien wie PLA - also Polymilchsäuren -zeigen Potenzial: biologisch abbaubar, mit guten funktionellen Eigenschaften und deutlich nachhaltiger in der Produktion als Polyester. Sie sind aber noch nicht flächendeckend einsetzbar. Sie sind thermisch empfindlicher und bestimmte Industrieprozesse - etwa beim Trocknen - müssten angepasst werden. Auch ist ihr Tragekomfort eher gering. Zusammenfassend würde ich sagen, dass für fast alle genannten Gewebe ein ganzheitlicher Blick wichtig ist: Von der Faser über die Produktion, Nutzung und Pflege bis hin zur Wiederverwertung…. ff

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