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Versicherungstipp: Vorausschauend managen

First Class - 2022-10 - Seite 6-: Simmerberg im Allgäu: Schwere Gewitter, stürmischer Wind, heftige Hagelschauer. Nach zehn Minuten sieht der kleine Ort aus wie im tiefsten Winter. Da Hagel die Abläufe der öffentlichen Kanalisation verstopft, schiebt sich im Viersterne-Superior-Hotel Tannenhof ein Gemisch aus Hagel und Regenwasser in Lobby, Küche und Tiefgarage. Der Wasserdruck ist so groß, dass sich der Haupteintrittsweg am Lieferanteneingang nicht schließen lässt. Hagel und Wasser verteilen sich mit Wasserständen von bis zu 20 cm auf einer Gebäudefläche von rund 3000 qm. Mit vereinten Kräften von Feuerwehr, Beschäftigten und Gästen bekommt man das Wasser wieder aus dem Gebäude und kann um 19 Uhr das Abendbuffet servieren. Der tatsächliche Schaden wird allerdings erst in den folgenden Tagen sichtbar: Böden und Wandsockel sind durchfeuchtet und müssen ausgetauscht werden. Selbst wenn man die Betriebsschließung sportlich mit nur vier Monaten ansetzt, ist von einem Gesamtschaden von bis zu 7 Mio. EUR auszugehen. Starkregenereignisse sind kaum vorherzusagen, zumal die betroffenen Gebiete häufig sehr klein sind und manchmal nur einzelne Stadtteile betreffen. In häufig stark versiegelten Siedlungsgebieten kann Wasser nicht versickern. In Kanalsystemen, Straßendurchlässen oder andere Engstellen drohen Verklausungen durch angeschwemmtes Material. Die dadurch entstehenden Überflutungen können lokal zu hohen Sachschäden führen. Versicherer beobachten diese Entwicklungen sehr besorgt. Während Risiken in ausgewiesenen Hochwassergebieten selektiv bewertet werden können (Beitragszuschläge oder Nichtversicherbarkeit), ist dies bei Starkregenereignissen kaum möglich - theoretisch kann jedes Bauwerk davon betroffen sein. …ff

 

 

  

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