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Hotelgastronomie: Ernst, aber nicht hoffnungslos

Küche - 2022-10 - Seite 18-19: In der Hotellerie stehen die wirtschaftlichen Zeichen eher auf Minus. Zuversichtlich stimmt allerdings, dass Investoren trotz ernster Lage weiterhin auf die Branche setzen. > Die Lage der deutschen Hotellerie ist ernst. Aber ist sie auch hoffnungslos? Was der Hotelverband Deutschland (I HA) an Daten und Fakten für seinen aktuellen Branchenreport zusammengetragen hat, rechtfertigt Luftsprünge auf keinen Fall. Nach den IHA-Hochrechnungen erzielte die Hotellerie 2021 in absoluten Zahlen einen nominalen Nettoumatz (ohne Umsatzsteuer) von 16,7 Milliarden Euro.2019lag dieser noch bei 29,3 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt (real) ergibt das ein Umsatzminus von satten 46,9 Prozent. Übernachtungsraten zu niedrig > Die durchschnittliche Zimmerauslastung fiel von 72,1 Prozent in 2019 auf 31,5 Prozent in 2021. Das ergibt ein Minus von 56,3 Prozent. Beim durchschnittlichen Zimmerertrag (RevPAR) sank der Wert von 71 Euro in 2019 auf 26 Euro in 2021; das sind 62,8 Prozentweniger. Bei der Zahl der Übernachtungen im gesamten Beherbergungsgewerbe vermeldet der IHA für das vergangene Jahr 310,2 Millionen. Das waren 37,4 Prozent weniger als 2019. Ein Blick auf die Übernachtungen in der klassischen Hotellerie zeigt 168,2 Millionen Übernachtungen und somit 45,2 Prozent weniger als 2019 (306,8 Millionen). Dem IHA-Branchenreport lässt sich entnehmen: Eine „Rückkehr zur Normalität beziehungsweise das Erreichen des Belegungsniveaus wie in Vorkrisenzeichen" sei „nicht vor 2023/2024 zu erwarten". Aber selbst da schwingen diverse Unsicherheitsfaktoren mit. Die auf das Gastgewerbe spezialisierte Beratungsfirma Treugast weist zum Beispiel auf den Risikoaspekt hin, dass vielen Hotels während der Pandemie ein Teil ihrer Pachten gestundet wurde und diese bald nachgezahlt werden müssten. Ähnliches trifft auf die Rückzahlung von Bankkrediten der KfW und anderer Institute zu. Die Treugast hat ausgerechnet: Die Übernachtungsraten müssten mindestens um 20 Prozent steigen, damit die Hotels wieder die Profitabilität aus der Vor-Corona-Zeit erreichen. …ff

 

 

  

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