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Nachhaltigkeitslabels: Contra: „Häufig fehlt die Transparenz“, Kerstin Brenner, Inhaberin der Münchner Nachhaltigkeitsberatung Ecomood

Top hotel - 2022-09 - Seite 24-25: Nachhaltigkeitslabels steht sie dabei zwiespältig gegenüber. Ihre Argumente contra Zertifizierung nennt sie hier. > Tophotel: Frau Brenner, woher rührt Ihre Skepsis? Kerstin Brenner: Es gibt in den verschiedensten Lebensbereichen - ob Ernährung, Kosmetik oder Kleidung - eine sehr große Anzahl an „grünen Zertifikaten“, und es ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher sehr schwer, seriöse Zertifizierungen von Greenwashing zu unterscheiden. Häufig bedarf es eines großen Rechercheaufwands, oder es fehlt an Transparenz. So ähnlich ist es auch in der Hotellerie. Wie lautet Ihre Alternative? Ich halte es für weitaus wichtiger, wirklich ins Handeln zu kommen und damit tatsächlich etwas an der Wirtschaftsweise zu ändern, als sich mit Zertifikaten zu schmücken. Im allerersten Schritt sollte sich der Hotelier überlegen, wohin die Reise für seinen Betrieb im weiten Feld der Nachhaltigkeit gehen soll. Welche Aspekte sind für das Unternehmen besonders wichtig, passen zum Konzept, der Region oder sind eine Herzensangelegenheit? Die Hoteliers finden meist schnell selbst für sich heraus, auf welche Ziele sie sich jeweils konzentrieren möchten. Ich orientiere mich in meiner Beratung beispielsweise sehr stark an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen (UN). Das sind 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, die alle diesbezüglichen Aspekte sehr umfassend einbeziehen. Eine erste Priorisierung von bestimmten Entwicklungszielen findet dabei etwa in abteilungs u nd positionsübergreifenden Teamworkshops statt, welche in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen genauer untersucht werden. Die Mitarbeitenden werden also von Beginn an miteinbezogen, was ich für elementar wichtig halte. … Also doch ein Zertifikat … Ja, dieses ist jedoch mit keinerlei Extrakosten verbunden. Es bescheinigt dem Hotel in erster Linie eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit, den SDGs, Transparenz und eine offene Kommunikation. …ff

 

 

  

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