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Management: Ein Neustart für die Entmutigten

First Class - 2022-09 - Seite 26-27: Angesichts des Fachkräftemangels sind Hotels dankbar für jede anpackende Hand. Hoteliers suchen auch gezielt unter den Langzeitarbeitslosen nach belastbaren Mitarbeitern. > Oliver K. ist Integrationsfachkraft im Arbeitgeber-service im Jobcenter München. Sein Spezialgebiet: Die Vermittlung von Arbeitslosen in die Hotel- und Gastronomie-Branche. Seine Bilanz im Jahr 2021 lautet: 182 Langzeitarbeitslose konnte das Jobcenter München langfristig in die Bereiche Gastronomie und Hotel vermitteln. Langfristig bedeutet in diesem Kontext, dass das Anstellungsverhältnis über ein Jahr Bestand hatte. Oliver K. betont die Attraktivität der Branche besonders für junge Arbeitssuchende: „Natürlich muss man zeitlich flexibel sein, wenn man im Hotel arbeiten möchte - Schichtarbeit und Einsätze an Sonn- und Feiertagen sind die Regel. Aber besonders junge und ungebundene Menschen können sich weiterbilden und hocharbeiten. Sie steigen vielleicht als Portier oder Spülkraft ein, aber es gibt eine Perspektive.“ Mehr noch, als eine berufliche Qualifikation, zähle für den Einsatz im Hotel die Persönlichkeit eines Bewerbers: „Wer im Service arbeitet, sollte aufgeschlossen und höflich sein. Sprachkenntnisse sind auch von Vorteil, aber besonders zählt der Service-Gedanke. … Die Hotellerie verbindet Menschen > Erfahrungen als Coach für Langzeitarbeitslose sammelte auch Ernst Wyrsch, Schweizer Diplom-Hotelier und Trainer für Führungskräfte an der St. Gallen Business School. Die Fernsehsendung „SRF bi de Lüt - Hotel zum Glück“ engagierte ihn als Coach. In dem Format ging es darum, dass fünf Langzeitarbeitslose für vier Monate ein Hotel führen. Von den fünf Teilnehmern gelang es Ernst Wyrsch, zwei in ein langfristiges Arbeitsverhältnis in der Hotellerie zu vermitteln. Er unterstützte sie zudem honorarfrei über den Dreh der Sendung hinaus. „In der Schweiz gibt es im Vergleich zu Deutschland einen großen Bedarf an Arbeit und nur wenige Arbeitslose“, berichtet Ernst Wyrsch, „Wer in der Schweiz keine Arbeit hat, dem fehlt es eher an Motivation als an Jobangeboten.“ Besonders die Hotellerie sei geeignet, Ausgesteuerte aus ihrer „Schmollecke“ herauszuholen: „Die Arbeit im Hotel bringt einen mit Menschen in Kontakt. Die Mitarbeiter bereiten den Gästen einen schönen Aufenthalt und werden mit Dankbarkeit belohnt. …ff

 

 

  

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