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Müssen das gesellschaftspolitische Rating unserer Industrie verbessern / Dr. Marcel Klinge, Denkfabrik Union der Wirtschaft

Cost & Logis - 2022-07 - Seite 8-9: Dr. Marcel Klinge ist Vorstandsvorsitzender der neuen Denkfabrik Union der Wirtschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, hunderttausenden Betrieben und ihren Millionen von Beschäftigten aus der Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie - ergänzend zur Arbeit der Verbände - neue Perspektiven zu geben. Cost & Logis sprach mit dem Ex-Mitglied des Deutschen Bundestags über Ziele, die Abgrenzung zur Arbeit der Verbände, Systemrelevanz, Mitarbeitermangel und die Vier-Tage-Woche> Herr Klinge, die noch junge Union der Wirtschaft hat sich auf die Fahne geschrieben, den Unternehmen aus der Tourismus-, Hospitality- und Foodservice -Industrie mehr „Gewicht" zu verschaffen. Wie genau funktioniert Ihr Ansatz? Wir wollen mit guten Argumenten und neuen Narrativen dazu beitragen, dass unserer Branche bei der Politik in Berlin mehr Bedeutung bekommt und haben uns zu diesem Zweck auch für ein neues Lobby-Format entschieden, das andere Wege geht. Wir verstehen uns als unternehmerische Politikberatung, als innovative Denkfabrik, die sich um strategische Zukunftsthemen kümmert. Mehr als hundert Mitgliedsunternehmen und rund 40 Netzwerk-Verbände haben sich unserer Initiative mittlerweile angeschlossen. Mit dieser Entwicklung sind wir sehr zufrieden, hätten nicht gedacht, nach so kurzer Zeit schon so viele hochkarätige Mitglieder dabei zu haben. Unsere Idee, Kräfte und Know-how zu bündeln und relevante Player besser miteinander zu vernetzen, kommt ganz offensichtlich sehr gut an. ... Welches ist nach Ihrer Beobachtung das größte Problem der Branche? In der Pandemie hat sich gezeigt, dass wir in Berlin nicht so wahrgenommen werden, wie wir es aufgrund unserer Wirtschafts-Power verdient hätten. Und das hat nicht nur mit fehlender Durchschlagskraft, mit zu wenig Lobbyarbeit zu tun. Am Engagement mangelt es nicht. Ebenso wenig am Geld für Lobbyarbeit in Berlin. Aber in der Gesellschaft und damit auch in der Politik, ist ein falsches Bild von dem entstanden, was wir tun und wie viel das wert ist. Wir sind die zweitgrößte Wirtschaftskraft in Deutschland. Und dennoch gelten wir als nicht systemrelevant. Da können wir in Berlin fordern, was wir wollen - wir gelten einfach nicht als wichtig genug, um gehört zu werden. Das ist das entscheidende Problem. Mir ist es wichtig, größer zu denken, in der Kommunikation und der politischen Ansprache neue, moderne Wege zu gehen. Nur so können wir das gesellschaftspolitische Rating unserer Industrie verbessern. ... ff

 

 

  

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