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Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges: Existenzielle Herausforderung

Cost & Logis - 2022-07 - Seite 2-3: Hoteliers und Gastronomen bewegen sich zwischen anziehendem Geschäft auf der einen und unsicherer Perspektive auf der anderen Seite. Cost & Logis-Herausgeber Jens Riemann sprach darüber mit Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) > ... Viele Inhaber und Betreiber aus der Branche befürchten, der Gasmangel im bevorstehenden Winter könnte zu massiven Beeinträchtigungen ihres Geschäfts führen. Wie ist Ihre Einschätzung? Die Herausforderungen, mit denen wir derzeit konfrontiert sind, waren im Leben der allermeisten von uns nie größer. Die Situation in der Ukraine seit dem 24. Februar dieses Jahres und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, sind zermürbend. Jeder Unternehmer ist gefordert, bestmögliche Vorsorge zu treffen und frühzeitig das Gespräch mit Energiepartnern und Banken zu suchen. Wenn das Gas aus Russland wirklich vollkommen ausbleiben sollte, sind die gesamte deutsche Wirtschaft und die Bevölkerung betroffen. Es gibt nach derzeitigem Stand zwar keine Pläne zur flächendeckenden Abschaltung ganzer Branchen, mit Einschränkungen in gewissen Bereichen ist aber zu rechnen. Haushalte und soziale Einrichtungen sind im Fall einer Gasmangellage geschützte Verbraucher. Wichtig ist: Für den Ernstfall muss geregelt sein, wie die von Gasabschaltungen betroffenen Unternehmen nach dem Energiesicherungsgesetz Unterstützung bekommen. ... Angesichts der enorm steigenden Kosten für Energie, Personal und Lebensmittel müssten die Preise der Hoteliers und Gastronomen auf breiter Front und signifikant steigen. Einige sind aber zögerlich. Können Sie das verstehen? Unternehmer müssen Gewinne erwirtschaften. Die explodierenden Kosten für Energie, Lebensmittel sowie Personal führten bereits zu Preisanpassungen und werden Unternehmen weiterhin intensiv fordern. Das Statistische Bundesamt weist für unsere Branche im Juli eine Preissteigerung von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Aufgeschlüsselt nach Segmenten erhöhten sich die Preise von Übernachtungen um 8,1 Prozent gegenüber Juli 2021, die von Restaurants und Cafés um 8,0 Prozent und die der Mensen und Kantinen um 6,3 Prozent. Insgesamt lag die Inflationsrate in Deutschland bei 7,5 Prozent. Die Preise für Nahrungsmittel sind um 14,0 Prozent gestiegen. Unsere Betriebe gehen also sehr verantwortungsvoll mit der gegenwärtigen Situation um. Die Preiskalkulation ist dabei abhängig von der Klientel. Wer ein Fünf-Sterne-Hotel führt, der wird die Preise in der jetzigen Situation eher deutlich anheben können, ohne Kunden zu verlieren, solange das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Das Wirtshaus hingegen muss sehr genau austarieren, bei welchem Produkt welche Steigerung drin ist und ab welchem Preis Stammgäste nicht mehr kommen. Bei der Speisekarte werden auch Angebots- und Rezeptveränderungen vorgenommen. Die Preissensibilität bei Kaffeegetränken, Mineralwasser und Bier ist besonders hoch. ... ff

 

 

  

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