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Generationen-Debatte: Es tobt ein Wertekrieg

AHGZ - 2022-31/32 - Seite 23-: Europa-Park-Inhaber Roland Mack äußerte kürzlich Unverständnis über die Ansprüche und Leistungsbereitschaft des Berufsnachwuchses. Medien griffen das Thema auf, und ein Münchner CEO nutzte die Chance, um die junge, kritisierte Generation zu Bewerbungen aufzufordern. HR-Expertin Karin Bacher, Gründerin von Karin Bacher Consultants, erklärt, was Unternehmer tun müssen, um den Nachwuchs abzuholen> Frau Bacher, Sie beschäftigen sich seit Jahren mit Employer-Branding und Personalstrategien sowie Karriereplanung. Warum polarisiert das Thema so? Wegen der empfundenen Ungerechtigkeit. Viele der Älteren, die mit Arbeitslosigkeit und fehlenden Ausbildungs- oder Studienplätzen aufgewachsen sind, erleben, wie die Jungen mit wenig Aufwand mehr Geld als sie verdienen. Während die einen jahrzehntelang Überstunden geschrubbt haben, teilweise unbezahlt, und ohne zu murren auch am Wochenende ins Büro kamen, wenn es notwendig war, starten die anderen bereits mit einer Liste von Ansprüchen: 35-Stunden- Woche, 4-Tage-Woche, Sabbaticals, Elternzeit für Väter, keine Überstunden - auch keine bezahlten. Da tobt ein Wertekrieg. ... Was sind absolute To-dos für Unternehmen, die junge Menschen abholen möchten? Zuhören, verstehen, ernst nehmen, in Dialog gehen. Die oft ablehnende Haltung und das Ins-Lächerliche- Ziehen von Wünschen ist wenig hilfreich. Eine Diskussion auf Augenhöhe. Ich musste das auch lernen. Als Unternehmerin Bewerbern gegenüber zu sitzen, die eine verantwortungsvolle Position mit entsprechendem Gehalt einfordern, jedoch wenig Bereitschaft zu Überstunden kundtun, da muss man erst mal schlucken. Auf der anderen Seite ist es sinnvoll, seine Arbeit in der vorgegebenen Zeit zu erledigen und dies in einer exzellenten Qualität. Wenn das passt, ist es gut fürs Unternehmen. Überstunden waren nur in meinem Wertesystem ein Zeichen von Motivation und Einsatzfreude, das musste ich erkennen. ... ff

 

 

  

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