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Mitarbeiter-Studie: Arbeitsplatz soll ,wie ein zweites Zuhause' sein

Cost & Logis - 2022-06 - Seite 35-37: Die Autorin Professor Dr. Sandra Rochnowski lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin> Das Gastgewerbe steht nicht erst seit der Pandemie vor großen Herausforderungen. Neben stetig steigenden Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal beschäftigt Hotels und Gaststätten seit Jahren der chronische Fachkräftemangel, der existentielle Sorgen auslöst und die Aussichten trübt. Auch in der Ausbildung zeigt sich ein negativer Trend: Im Jahr 2007 entschieden sich 46.354 Menschen für einen Ausbildungsplatz im Gastgewerbe, 2020 waren es nur noch 17.079 (DIHK 2021). Gründe für den drastischen Rückgang sind Arbeitsbedingungen (u.a. Arbeiten im Schicht-System, Saisonalität, fehlende Entwicklungsmöglichkeiten, Überstunden, starre Hierarchien, niedrige Löhne etc.). Laut Bundesagentur für Arbeit, BIBB (2020), sind drei gastgewerbliche Berufsbilder unter den Top 10 mit dem höchsten Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze am betrieblichen Gesamtangebot in Deutschland: Restaurantfachkraft (41,6%), Fachkraft für Systemgastronomie (36,0%) und Hotelkaufmann/-frau (29,9%). Zur Fachkräftesicherung sind 2022 duale Ausbildungsberufe im Gastgewerbe angepasst und durch Schwerpunkte wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit attraktiver gestaltet worden. ... Die Studie unter Mitarbeitenden im Gastgewerbe 2022 hat ebenso gezeigt, dass das Gehalt nicht der zentrale Motivator für den Verbleib im Gastgewerbe ist. Arbeitskräfte im Gastgewerbe wünschen sich vor allem ein gutes Arbeitsklima, ein sehr gutes Verhältnis zu Kotleg* innen und beschreiben dies mit den Worten „mein Arbeitsplatz soll eine zweite Familie", wie ein zweites Zuhause sein" oder „wo ich einen Freundeskreis habe, der mich nach vorne bringt". Gefolgt von „Wertschätzung" „egal in welcher Position", „ein Arbeitgeber, der dies auch zeigt", „der sein Personal nicht unter das Wohl seiner Gäste stellt", „der einen sich nicht schlecht fühlen lässt durch das Ausnutzen seiner Position" oder „der seine Mitarbeiter fördert und auf ihre Bedürfnisse achtet" und letztlich „Anerkennung der Leistung durch Vorgesetzte/und/oder den Betrieb". ... ff

 

 

  

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