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"Die Preise müssen hoch!" Franziska Schemmann ist Director of Sales EMEA von Duetto

Cost & Logis - 2022-05 - Seite 18-19: Im Interview spricht sie über Raten, Nachhaltigkeit, Outsourcing und Revenue Management. > Die Kosten für Personal, Energie und Lebensmittel schießen in die Höhe. Ist die Hotellerie in dieser Situation geradezu gezwungen, ihre Raten zu erhöhen? Unbedingt und endlich! Einige Länder erleben gerade Inflationsraten von sechs bis sieben Prozent, Großbritannien mehr als zehn Prozent. Und dabei sprechen wir noch nicht von steigenden Energiekosten. Wenn wir mit unseren Hotelpartnern sprechen und den Statistiken glauben, erleben wir aktuell auch eine höhere Preisbereitschaft auf Kundenseite: Wenn die Gurke im Supermarkt 1,50 Euro kostet, dann liegt es nahe, dass auch Hotelzimmer teurer sind. Deutschland liegt generell und historisch hinter den europäischen ADR-Niveaus. Eine aktuelle Studie von STR platziert Deutschland auf Platz 12/13 der europäischen Länder in Bezug auf die ADR-Recovery. Die Aussage ist klar: Die Preise müssen hoch! Allerdings müssen wir ein paar Dinge berücksichtigen: Unsere Kunden und die Kaufkraft unserer Kunden unter den aktuellen Umständen (das Luxussegment wird nicht so stark beeinflusst sein wie Budgetmarken) Kundenerwartungen nach Preiserhöhung sowie Geschäfts-/ und Channel-Mix: Können wir unsere Rentabilität steigern, indem wir feste Corporate-Verträge auf flexible Raten umstellen, oder sie durch andere Segmente, die den Rentenanstieg absorbieren, aushebeln? Können wir das Endergebnis beeinflussen, indem wir beispielsweise die Abhängigkeit von Segmenten mit höheren Kommissionen verringern? …Ferienhoteliers hatten in der Pandemie keine Probleme, höhere Preise durchzusetzen. Die Betriebe der Stadthotellerie sind schon froh, dass ihr Business nun endlich wieder anzieht. Sind Preissprünge in diesem Segment überhaupt realistisch? Ich stimme zu: Bisher gab es für viele Betriebe keine Probleme, hohe Raten durchzusetzen, da sie von der zurückkommenden Nachfrage profitierten. Aber die Inflation macht vielen zu schaffen. Hotels müssen kreativ sein, um sicherzustellen, dass wir die Einnahmemöglichkeiten maximieren: Upselling/Cross-Selling. Unser Partner H-Hotels hat kürzlich mit der Upselling-Platform Okay dynamisches Zimmerkategorie-Yielding eingeführt und dadurch einen Umsatzanstieg von 40 Prozent erreicht. Unsere Schweizer Partner Sorell Hotels arbeitet sehr erfolgreich mit virtuellen Hotelzimmern, die er als Familienzimmer vermarktet. …ff

 

 

  

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