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Geflüchtete für die Gastronomie

Küche - 2022-06 - Seite 66-69: Der andauernde Personalmangel gehört derzeit sicher zu den größten Herausforderungen im deutschen Gastgewerbe und damit auch in den Profiküchen. Das rückt Geflüchtete aus der Ukraine als potenzielle Arbeitnehmerinnen in den Fokus. Doch wie sieht es mit den Rahmenbedingungen aus? > Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar ist das deutschlandweite Engagement von Köchinnen und Köchen, Gastronominnen und Gastronomen für die Geflüchteten ungebrochen. Es reicht von der unmittelbaren Versorgung mit Lebensmitteln über die Unterbringung in eigenen Räumlichkeiten bis hin zu umfangreichen Geld- und Sachspenden. Vor diesem Hintergrund ist der Gedanke naheliegend, Geflüchteten auch längerfristig eine Perspektive zu bieten, etwa über die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Schließlich leidet vor allem das Gastgewerbe seit Corona ganz besonders unter Personalmangel. … 610.000 Geflüchtete aus der Ukraine > Langsam scheint die Zurückhaltung in der Branche jedoch nachzulassen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) haben die Branche als Beschäftigungsort bereits ins Spiel gebracht. Noch konkreter wurde McDonald's. Die Restaurantkette will insbesondere für die Speisenproduktion bis zu 2.000 Stellen speziell für Geflüchtete schaffen. Außerdem werden über den internationalen Sprachanbieter EF Education First kostenlose Deutschkurse angeboten, um die Integration zu erleichtern…. Hohes Bildungsniveau > Wie genau es um das Potenzial möglicher Beschäftigter aus der Ukraine bestellt ist, lässt sich allerdings nur schwer festmachen. Auf den ersten Blick sind die Zahlen beeindruckend: Ende April hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mehr als 610.000 geflüchtete Menschen registriert. Der tatsächlichen Zahl entspricht das kaum. Denn Grenzkontrollen im Schengen-Raum sind unvollkommen und Menschen aus der Ukraine dürfen sich rechtmäßig ohne Visum für 90 Tage in der EU und somit auch in Deutschland aufhalten. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass die meisten Geflüchteten aus der Ukraine Frauen, Kinder und ältere Menschen sind: Dem Bundesinnenministerium zufolge handelt es sich bei 84 Prozent um Frauen - 58 Prozent von ihnen Mütter, die mit ihren Kindern geflüchtet sind. …ff

 

 

  

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