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Alles was Recht ist: Indexklauseln - quo vadis?

hotelbau - 2022-03 - Seite 15-: Indexklauseln sind in vielen Pacht- und Mietverträgen üblich. Ziel ist der Schutz des Verpächters vor der Geldentwertung. Hierzu wird die Kaltpacht an einen Preisindex gekoppelt, meist an den Verbraucherpreisindex (VPI) des Statistischen Bundesamtes. Derzeit zieht der VPI enorm an, im März 2022 gegenüber März 2021 um 7,8 Prozent. Die Konsequenz ist der massive Anstieg der Kaltpacht, die Ursache liegt in höheren Ausgaben für Energie und Nahrungsmittel. Die Sinnhaftigkeit solcher Pachtsprünge ist zu bezweifeln. Die Hotelbetreiber schütteln den Kopf, denn die Energiepreissteigerung erhöht ja die Warmkosten der Pacht - warum soll jetzt auch noch die Kaltpacht teurer werden? Hinzu kommt, dass die Hotelbetreiber am Absatzmarkt ihrer eigenen Sachleistung wenig Preissetzungsmacht haben. Aber auch aus Sicht der Immobilieninvestoren darf man zweifeln, ob Kostensprünge bei Energie und Nahrungsmitteln eine Entwertung der Pachtzahlungen hervorrufen. Dort wäre ja danach zu fragen, wie sich die Kosten (der „Warenkorb") der Investoren entwickelt - dort bleiben die Energiekosten aber außen vor, da sie ja umgelegt werden. Wichtig ist dabei die Zinshöhe, denn die verzinsliche Refinanzierung umfasst den größten Teil des „Warenkorbs" des Verpächters/Immobilieninvestors. Zwar korrelieren Zinsen und Inflation, aber dazwischen liegen Zentralbankentscheidungen, die immer politischer gefällt werden. Der hier angerissenen Diskussion liegt der Begriff der „Kerninflation" zugrunde: Volkswirte arbeiten schon länger an einer solchen Glättung beziehungsweise Neutralisierung der Preisindizes um die Faktoren Energie und Nahrungsmittel: Das bereinigte Ergebnis ist die Kerninflation. Diese belief sich in Deutschland im März 2022 gegenüber dem Vorjahr auf „nur" 3 Prozent. …ff

 

 

  

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