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Multikulti an der Ostsee: Interview mit David Depenau, Freizeit- und Ferienpark Weissenhäuser Strand

Top hotel - 2022-04/05 - Seite 21-23: David Depenau leitet seit 2010 den Freizeit- und Ferienpark Weißenhäuser Strand mit über 500 Mitarbeitenden. Schon seit vielen Jahren akquiriert das Vorstandsmitglied der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) für seinen Betrieb auf der ganzen Welt Fachkräfte und Auszubildende. Um neue Kanäle anzuzapfen, begibt er sich mehrmals jährlich selbst auf Reisen. … > Tophotel: Herr Depenau, wann haben Sie damit begonnen, selbst aktiv Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ausland zu akquirieren? David Depenau: Das begann 2014. Aus meiner Zeit im Hotel Erbprinz in Ettlingen kannte ich einen rumänischen Hilfskoch, der wieder in seine Heimat zurückgekehrt war. Ich hatte den Kontakt zu ihm über die Jahre nie verloren und bat ihn, mein Botschafter vor Ort für den Weissenhäuser Strand zu werden. Er hat Kontakte zu Schulen und Behörden für mich hergestellt, und ich bin einmal im Jahr nach Rumänien geflogen, um dort unseren Betrieb vorzustellen und Interviews zu führen. Wenn man Mitarbeiter aus dem Ausland sucht, ist es unerlässlich, eine Kontaktperson vor Ort zu haben. In welchen Ländern rekrutieren Sie bevorzugt neue Kräfte? Ich suche vorrangig Mitarbeiter in Ländern, in denen die Löhne geringer sind als in Deutschland. Dort bieten wir als Anreiz dann deutsche Löhne plus X an. In der EU suche ich durch die persönliche Kontaktaufnahme mit Hotelfachschulen, Industrie- und Handelskammern und über bereits bei uns beschäftigte Mitarbeiter. So erhielten wir erst kürzlich 150 Bewerbungen von Köchen aus Italien. Ich selbst habe aber auch schon im Kosovo und in Nordmazedonien Unterlagen von unserem Betrieb verteilt, teilweise wurden die Visa für die Mitarbeiter schon erteilt. … Wie hilfreich ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz dabei? Ganz ehrlich: Die Politik ist leider nicht gewillt, hier Türen zu öffnen. Ich habe mit sehr vielen Politikern verschiedenster Parteien gesprochen, alle lehnen Erleichterungen bei der Arbeitsbewilligung geeigneter Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern aus den unterschiedlichsten Gründen ab. Die Abgleichung der Ausbildungsnachweise durch die FOSA ist viel zu mühselig. … Bilden Sie selbst Azubis aus Drittstaaten aus und arbeiten Sie dabei auch mit Agenturen zusammen? Wir haben Azubis aus vielen Nicht-EU-Ländern, zum Beispiel aus Brasilien, Indonesien, Tunesien und Mauritius. Wir arbeiten mit Thamm zusammen, und wir arbeiten auch gerne mit Aulid. Diese Vermittlung ebnet viele Wege. …ff

 

 

  

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