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Ausbildungsreform: Ronny Kallmeyer, Projektleiter Gastronomie, Travel Charme Hotel Wernigerode

chefs - 2022-04 - Seite 14-: Die neue Ausbildungsverordnung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es war wichtig, die Profile der einzelnen Berufe zu schärfen, nun kommt es auf die Umsetzung in der Praxis an. Ich glaube, dass es da bei einigen Punkten Schwierigkeiten geben wird. Auch von Berufsschule zu Berufsschule ist das Niveau sehr, sagen wir mal, schwankend. In unserer Berufsschule z.B. ist die Praxis nicht verankert; d.h. es gibt keinen festen Praxisunterricht wie einige Kilometer weiter, in den Berufsschulen in Niedersachsen. Deshalb hätte ich mir in der neuen Ausbildungsverordnung eine Praxispflicht in den Berufsschulen mit einem festen Stundensatz pro Woche gewünscht. Und wie soll Digitalisierung vermittelt werden, wenn es an der Digitalisierung in den Berufsschulen hapert? Somit setzt die neue Verordnung etwas voraus, was nicht flächendeckend umgesetzt werden kann. Mit Blick auf die neue Berufsbezeichnung im Servicebereich stelle ich mir die Frage, wie ein Restaurant Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie ausbilden soll, wenn es doch gar keine Veranstaltungen durchführt. Tante Lottas 80. Geburtstag mit Kaffee und Kuchen am Nachmittag und kalten Platten am Abend ist eher nicht als Veranstaltung zu verstehen und somit auch nicht geeignet für die Prüfungsvorbereitung. Ich glaube, dass da die Illusion eines Berufsbildes erschaffen wurde, das für reine Restaurants nicht umsetzbar ist. Den neuen, zweijährigen Ausbildungsberuf Fachkraft Küche finde ich grundsätzlich gut. …ff

 

 

  

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