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Kraftakt ohne Beispiel: Im vergangenen Sommer zerstörten Wassermassen das Ahrtal

foodservice - 2022-04 - Seite 108-113: Wie geht es dem Gastgewerbe in der Region heute? Sie plätschert so friedlich vor sich hin, die Ahr, das ideale Flüsschen, Papierboote auf Reisen zu schicken. Sanft schlängelt sie sich zwischen steilen Schieferhängen hindurch, entlang majestätischer Weinberge, die seit Jahrhunderten kultiviert werden. Das Ufer jedoch zeugt von der brachialen Wucht und zerstörerischen Kraft, die der Fluss vor nun fast neun Monaten in diesem romantischen Tal entfesselte. Am14. Juli 2021ließen starke Regenfälle die Ahr auf einen Pegelstand von geschätzt sieben Metern ansteigen - so genau weiß das niemand, gegen 20.45 Uhr wurde der Pegel in Altenahr bei einem Stand von 5,75 Metern vom Wasser weggetragen. Das Tal wurde geflutet.134 Menschen kamen in der Region an diesem Tag ums Leben, 500 Gebäude wurden von der Flut mitgerissen, 3.000 Häuser beschädigt, 80 Prozent der rund 600 gastgewerblichen Betriebe zerstört. Die Bilder gingen um die Welt. … 400 Freiwillige halfen beim Wiederaufbau. Zwischen den neuen Stahltanks und Holzfässern soll noch vor Ostern temporär ein kleines Ausflugsrestaurant einziehen. Regionale Küche für Wanderer und Tagesausflügler. Ein paar Meter neben dem Weingut plätschert die Ahr entlang, drumherum getrockneter Schlamm, Baustelle, Schotterpiste, Kreissägenlärm. Vereinzelt kommen die Touristen zurück nach Altenahr. Kein Vergleich zu den Touristenströmen vor der Flut, geschweige denn vor Corona. Unmittelbar nach der Katastrophe seien die Menschen noch gekommen. Manche Nachbarn hätten Schilder aufgestellt: „Foto 10 Euro“. Diese Zeiten seien nun auch vorbei. … „Wir wissen, dass von den durch die Flut beschädigten Betrieben immerhin90Prozentwiederöffnenwollen“, sagt Gereon Haumann, Präsident des Dehoga Rheinland-Pfalz. …ff

 

 

  

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