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Schadensanalyse: Viele Wasserschäden durch Montage-Pfusch

Hotel&Technik - 2022-02 - Seite 61-: Fast jeder zweite Wasserschaden durch Wasserleitungen hat eine stümperhafte Montage als Ursache, zweithäufigster Schadensgrund sind Produktmängel. Das ergab eine Laboruntersuchung von 200 Wasserschäden> Das Dekra-Labor für Werkstofftechnik und Schadensanalytik in Saarbrücken hat im Auftrag von Versicherungen, Bausachverständigen sowie Bau- und Handwerksunternehmen 200 Leitungswassersschäden der letzten fünf Jahre untersucht und anonymisiert ausgewertet. Ermittelt wurden Schadensursachen bei Heiz-, Kühl-, Trink- und Abwasserleitungen. Der größte Teil der Schäden war mit 44 Prozent auf Fehler bei der Installation zurückzuführen. Aufgefallen ist den Dekra-Experten vor allem, dass sich viele Monteure nicht an Montageanleitungen oder Richtlinien zum Einbau von Press-, Steck- oder Klemmverbindungen gehalten hätten. Manchmal sei die Verpressung einer Verbindung komplett vergessen worden. Zudem wurden den Untersuchungsergebnissen zufolge in vielen Fällen nicht fachgerechte Werkzeuge verwendet, Dichtungen verklemmt, die Rohre nicht ausreichend vor Feuchtigkeit von außen geschützt oder unter hohen Spannungen verlegt. Bei Gewindeverbindungen wurde oft zu viel Hanf verwendet oder die Verbindung zu fest verschraubt. Mangelhafte Produktqualität: Mit 27 Prozent war der Anteil qualitativ minderwertig hergestellter Produkte laut den Dekra-Experten erstaunlich hoch. Neben wenigen konstruktiven Mängeln fanden die Schadensanalytiker zahlreiche Materialfehler als Schadensursache, zum Beispiel eine zu hohe Messinghärte, eine schlechte Faser-Matrix-Anbindung in faserverstärkten Kunststoffen, Werkstoff- Inhomogenitäten und Spritzgussfehler. Auffällig war den Analytikern zufolge außerdem, dass nicht nur Billigprodukte Materialfehler aufwiesen, sondern auch einige Markenprodukte mit Kennzeichnung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW). ... ff

 

 

  

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