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Idee & Konzept: Pierburg & Kamota in Essen - UFO und Kaiserschmarrn

Gastrotel - 2022-01 - Seite 14-17: Offensichtlich kommen in der postpandemischen Welt entspannte Konzepte besonders gut an. die regionale Produkte, gute Weine und gehobene Bürgerlichkeit mit ein bisschen Heimatgefühl und einer Prise Sternenglanz kombinieren. Zwei aktuelle Beispiele: die neuen Restaurants von Erika Bergheim und Jürgen Kettner - beide in Essen. > Mitten im Ruhrgebiet, im Essener Süden nahe der Ruhr, eröffneten unlängst zwei Restaurants, die beide von erfahrenen Sterneköchen geführt werden. … „Zeitlos und glamourös" hatte sich Erika Bergheim ihr eigenes Restaurant vorgestellt, mit einem großen Speisesaal. Den hat sie bekommen und mit tiefhängenden Lampen, eigenwilliger Kunst und bequemen Polstersofas mit hohen Rückenteilen so geschickt eingerichtet, dass durchaus Bistro-Feeling aufkommt. Offen, großzügig und zugewandt fühlt sich das an. … Viele Freiheiten für den Gast > Und das ist eine sehr zeitgemäße Küche, die dem Gast viele Freiheiten lässt, die andernorts pandemiebedingt ausgesetzt wurden. … Küss die Hand: das Kamota > Erika Bergheim vereint also in der Pierburg, wozu andere Sterneköche ein legeres Zweitrestaurant benötigen. Jürgen Kettner versucht es keine fünf Kilometer Luftlinie entfernt mit gleich drei Formaten unter einem Dach: das fünf Tage die Woche geöffnete Abendrestaurant Kamota, das Shop-Angebot Greislerei mit selbst produzierten Lebensmitteln, Toppings und steirischen Spezialitäten sowie die Kochschule an jedem dritten oder vierten Sonntag im Monat, die den Teilnehmern steirische Kochkunst und „Lebensg'fühl" vermitteln will. … „Hier fliegt die Kuh" > Das Kamota-Konzept ruht auf soliden Säulen: zeitgemäß präsentierte steirische Küche, österreichische Klassiker, Sharing als durchgehende Idee, dazu ein zeitlos-elegantes alpenländisches Ambiente, in dem der Keilerkopf an der Wand, Filzpolster und schwere Vorhangstoffe sowie Kurort- und Wanderabzeichen nicht fehlen dürfen - die Handschrift der Schweizer Designerin Sonja Viola Wolf in Kombination mit den Einrichtern des Mülheimer Studios Raumwerk. … „Schnitzel wird's nicht geben" > Neben Kettner brilliert Wiebke Meier als Gastgeberin, die aus Hamburg stammt, an verschiedenen Mongo's-Standorten wirkte und auch einige Stationen in Essen hinter sich hat. Das Kamota hat keinen Investor, es steckt eigenes Geld im gemeinsamen Restaurant. Kettner ist Markenbotschafter für Lusini - man merkt es am Besteck und den bequemen Sesseln von Vega - und Testimonial für Friesenkrone, arbeitet an einem Kochbuch und kann sich als Erweiterung des Betriebs auch ein Mehlspeisenlokal in der City vorstellen - Kaiserschmarrn to go gibt es nämlich noch nirgends. …ff

 

 

  

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