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"Schaffen Sie ein Gemeinschaftsgefühl" Christine Lenz ist Inhaberin der Firma SleepConsulting & Design

Cost & Logis - 2022-03 - Seite 24-: Im Interview spricht sie über gesunden Schlaf im Hotel. > Frau Lenz, Sie sind Expertin für Schlafgesundheit, was entscheidet über guten oder schlechten Schlaf im Hotelzimmer? Zum guten Schlaf gehört nicht nur das Bett, sondern der gesamte Raum. Da zählt der erste Eindruck - wie bei einem Bewerbungsgespräch. Nur eine Zehntelsekunde braucht unser Gehirn, um sich ein Urteil über einen unbekannten Menschen zu bilden. Für fremde Räume, in denen wir die Nacht verbringen, gilt das gleiche. Aus allen vorhandenen Informationen und mit all unseren Sinnen erstellen wir blitzschnelle Analysen. Wie wir den räumlichen Bereich zum Schlafen beurteilen ist hoch emotional: Hier bin ich meinem „Feind" gegebenenfalls schutzlos ausgeliefert. Solche unbewussten Vorgänge aus unserer evolutionären Vergangenheit sind noch tief in uns verankert. Schlafen Menschen in einer Umgebung außerhalb der eigenen vier Wände generell schlechter? Hier muss man differenzieren: Menschen schlafen zum Beispiel oft sehr gut außerhalb der eigenen vier Wände nach einer anstrengenden, aber beglückenden Wanderung. Und das selbst in einer Berghütte umgeben von einer Schar schnarchender Gleichgesinnter, die nicht nach Veilchen duften. Generell wirken sich körperliche Anstrengung, schöne Erlebnisse und die Gemeinschaft Gleichgesinnter positiv auf unseren Schlaf aus. Es ist also weitaus einfacher, guten Schlaf in der Ferienhotellerie zu erleben, als in der Business-Hotellerie, in der man den Stress oft mit in die Nacht nimmt. … Wichtig sind bereits beim Betreten eines Hotelzimmers der Duft, das Licht, die Geräusche, die Farbgebung und Stimmung. Ein Zimmer, das es beim Eintreten frisch, gepflegt und luftig riecht, mit Bettwäsche, die nach Sonne und Wind duftet, erweckt einen sehr positiven Eindruck. Licht, das keine dunklen, unbeleuchteten Eck en zulässt, schafft Vertrauen und Sicherheit. Licht ist nicht nur zum Einschlafen wichtig, sondern auch für das Aufwachen - das wird beim Schlafen oft vergessen, gehört aber ganz essenziell mit dazu. …ff

 

 

  

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