· 

Nachgefragt bei Jan Steffen, Personalmarketingfirma ETO, Bremen

Küche - 2022-01/02 - Seite 15-: Jan Steffen kommt aus der Hotellerie und betreibt in Bremen die Personalmarketingfirma ETO. Das steht für „Escape the ordinary", zu deutsch: Flucht aus dem Gewöhnlichen. Außerdem organisiert er regelmäßig die „Nacht der Hotellerie", die junge Menschen für die Branche begeistern soll. KÜCHE: Herr Steffen, was sagen Sie zu den sogenannten „Fangprämien" im Gastgewerbe? Jan Steffen: Bei oberflächlicher Betrachtung ist dieses Denken reizvoll. Kurzfristig wird es in der Branche auch funktionieren. Man muss sich aber die Frage beantworten, aus welcher Motivation heraus sich jemand bewirbt: Hat er ein ernsthaftes Interesse, in dem Betrieb tätig zu sein? Oder überwiegt doch der monetäre Aspekt? Bei hohen Beträgen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Geld die Bewerber:innen treibt. Das bedeutet zugleich eine Empfänglichkeit für höhere Summen, die vielleicht künftig von einem anderen potenziellen Arbeitgebergeboten werden. Der zweite Punkt, der bei der Diskussion um Fangprämien häufig übersehen wird: In der Pandemie halten viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dem Betrieb die Stange - für das Gehalt, das sie bekommen. Oft ohne Zusatzleistungen. ... Was verstehen Sie unter guter Bezahlung im Gastgewerbe? Die Wahrnehmungen und Empfindungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr subjektiv. Deshalb gibt es hier keine allgemeine Formel. Die Bezahlung muss aber natürlich so sein, dass sie einen guten Lebensstandard sichern kann und perspektivisch über den Mindestlohn hinaus geht. Die Löhne in der Gastronomie und Hotellerie sind nur bedingt wettbewerbsfähig. Das darf man nicht vergessen. … Was spricht aus Ihrer Sicht besonders für das Arbeiten im Gastgewerbe? Für das Arbeiten im Gastgewerbe spricht einiges. Es handelt sich um ein People Business, in dem ich immer Kontakt mit Menschen habe. Gleichzeitig muss zum Beispiel beim Koch, bei der Köchin die handwerkliche Ebene abgedeckt werden. …ff

 

 

  

Kommentar schreiben

Kommentare: 0