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Gehälter: Ohne Moos nix los

Küche - 2022-01/02 - Seite 14-17: Fünftausend Euro: Diese stolze Summe bot der Inhaber des Hotelgasthofs „Kirchenwirt" im bayrischen Schierling einem Jungkoch beziehungsweise eine Jungköchin als Prämie, um Unterstützung für den „besten und nettesten Chefkoch der Welt" zu bekommen, wie es in der Stellenausschreibung hieß. Ob der „Kirchenwirt" mit diesem Stellengesuch erfolgreich war, ist uns nicht bekannt. Und wir wissen auch nicht, ob die neue Mitarbeiterin oder der neue Mitarbeiter - sofern sie oder er denn auf diesem Wege gefunden wurde - dem Betrieb dauerhaft die Treue hält oder bereits auf ein noch besseres Angebot hofft. Frei nach dem Motto: Wer bietet mehr? Dabei sind „Fangprämien" dieser Art längst keine Ausnahme mehr in der vom Fachkräftemangel gebeutelten Gastrobranche. Die Höhe des Betrags, den der Schierlinger „Kirchenwirt" zu zahlen bereit war, fällt allerdings schon ins Auge. Zum Vergleich: Das Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski in München bietet Berufseinsteiger:innen eine sogenannte Startprämie in Höhe von 1.858 Euro. … Unterdurchschnittliche Bezahlung > Es liegt nahe, bei der Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gastgewerbe an der finanziellen Schraube zu drehen. Denn die Bezahlung in Gastronomie und Hotellerie ist unterdurchschnittlich, manche sagen: unterirdisch. Ein Blick in die Statistik lässt wenig Zweifel. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zum Beispiel gibt das bundesweite Durchschnittsgehalt für Vollzeitbeschäftigte - unter Einbeziehung aller Berufe - mit 3.427 Euro brutto im Monat an. Ausgewiesene Fachkräfte kommen im Bundesdurchschnitt auf 3.607 Euro brutto. Köchinnen und Köche müssen sich hingegen im Schnitt mit weitaus weniger zufriedengeben: 2.205 Euro brutto monatlich. Küchenchef:innen bringen es im Durchschnitt auf 2.641 Euro (s. Statistik Seite 17). Längst warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor Altersarmut bei Beschäftigten des Gastgewerbes. …ff

 

 

  

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