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Trouble Shooter: Mindestlohn 2022 - sind Änderungsvereinbarungen nötig?

foodservice - 2022-01/02 - Seite 8-: Inzidenzen, Überbrückungshilfen, 2G mit und ohne plus - Unternehmer müssen sich derzeit mit vielen drängenden Problemen befassen. Doch auch neben den Folgen von Covid-19 gibt es gesetzliche Vorschriften, die Unternehmer jetzt nicht aus den Augen verlieren sollten. Anpassung des Mindestlohns Nach Anpassungsrunden in 2020 und 2021 steigt der gesetzliche Mindestlohn zum 1. 1.2022 auf 9,82 Euro brutto je Zeitstunde, ab 1.7.2022 auf 10,45 Euro. Dies bedeutet einen deutlichen Anstieg der Lohnkosten. Unternehmer sollten jetzt prüfen, wie sich die zusätzlichen Lohnkosten auf die Kalkulation ihrer Produkte und Dienstleistungen auswirken und diese ggf. anpassen. Aus arbeitsrechtlicher Sicht ist zu prüfen, ob Arbeitsverträge mit den Mitarbeitern über Änderungsvereinbarungen anzupassen sind. Das Monatsbruttogehalt geteilt durch die vereinbarten und geleisteten Arbeitsstunden im Monat muss dem jeweiligen Mindestlohn entsprechen. Liegt das vereinbarte Monatsbruttogehalt bei Vollzeitbeschäftigung unterhalb von 1.806,88 Euro (23 Arbeitstage x 8 Stunden x 9,82 Euro) bzw. 1.922,80 Euro bei 10,45 Euro, ist eine Änderungsvereinbarung sinnvoll. … Achtung bei geringfügig Beschäftigten Besondere Vorsicht ist bei Mini- Jobbern geboten. Bei einem Monatsentgelt von 450 Euro darf der Mini-Jobber ab 1.1.2022 maximal für 45,5 Stunden im Monat (ab 1.7. für 43 Stunden) beschäftigt werden, da sonst der Mindeststundenlohn unterschritten wird. Damit würde der Arbeitgeber gegen das Mindestlohngesetz und sozialrechtliche Vorschriften verstoßen. Der Arbeitgeber schuldet die Sozialversicherungsbeiträge für das Entgelt, welches er zahlen müsste (Phantomlohn), der Arbeitnehmer kann die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohnes einklagen. ...ff

 

 

  

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