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Zukunft Hotel > Hotellerie ohne Mitarbeiter

Cost & Logis - 2021-10 - Seite 4-5: Der Autor Thomas Corinth ist Lehrverantwortlicher Hotel Management der IST-Hochschule für Management > ... „15 Prozent der im Gastgewerbe Beschäftigten haben sich nach Jobs in anderen Bereichen umgesehen", berichtete Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA der Deutschen Presse Agentur im Frühsommer. Konkret wurden im Mai 2021 rund 162.000 sozialversicherungspflichtige Jobs weniger gezählt als im Mai 2019, also vor der Krise. Für die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten eine Folge diverser branchenüblicher Widrigkeiten von familienfeindlichen Arbeitszeiten bis hin zu Niedriglöhnen auf Mindestlohnniveau. Im Hotelfach wurden 2020 rund 30 Prozent und in der Küche 20 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als 2019. Laut Statista wurden im Jahr 2007 46.000 neue Ausbildungsverträge im Gastgewerbe abgeschlossen, im Jahr 2020 nur noch unglaubliche 17.000. Selbst die seit Jahren sprunghaft steigende Zahlen dual Studierender ist weder für DEHOGA noch die IHKs Anlass, an den verstaubten IHK-Ausbildungsmodellen zu rütteln. Der verschlafene demographische Wandel und eine ignorante Einwanderungspolitik: Das Statistische Bundesamt hat es 2019 im Kontext der Ergebnisse der „14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung" auf den Punkt gebracht: „Jede zweite Person in Deutschland ist heute älter als 45 und jede fünfte Person älter als 66 Jahre." Im Jahr 2050 sind die größten Bevölkerungsgruppen die 60- und, knapp dahinter, die 80-Jährigen. 50 Prozent der Bevölkerung werden über 50 sein, demzufolge nur 50 Prozent darunter. Von der Politik sind offenere, proaktivere und unkompliziertere Regelungen für Einwanderung und Arbeitsgenehmigungen zu fordern. Es ist in diesem Kontext beschämend, wie arrogant wir hochwertige Bildungsabschlüsse bis hin zu Studienabschlüssen aus Drittstaaten nicht anerkennen. ... Fazit: Die Daten zeigen, dass künftig weniger Workforce zur Verfügung steht. Sieger wissen schon heute attraktives Employer Branding mit der Abschaffung unnötiger Tätigkeiten sowie Erleichterungen (oder Arbeitsersatz) durch Digitalisierung und Robotik zu mischen. Das erfordert allerdings ganzheitliches Denken und permanente Weiterbildung auf allen Hierarchie-Ebenen ... ff

 

 

  

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