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Management & Marketing: Spaß statt Travelshaming - Interview mit Sonja Karl

Superior Hotel - 2021-04 - Seite 22-23: Sonja Karl und Stefan Seibel haben in diesem Jahr Faircations gegründet, ein Online-Portal für nachhaltiges Reisen. Wie funktioniert das, was verstehen die Start-Up-Gründer darunter und wie macht die Idee die Tourismuswelt besser? > Frau Karl, ohne Nachhaltigkeitsstrategie braucht heutzutage kein Unternehmen mehr anzutreten. Wo steht die Reisebranchein dieser Sache, noch ganz am Anfang? Ganz am Anfang würde ich nicht sagen. Aber es ist in der Tat noch ein sehr weiter Weg - für uns ist es wahrscheinlich in gewisser Weise etwas einfacher, denn wir können von Beginn an nachhaltig agieren. Für bestehende Unternehmen mit gewachsenen Strukturen ist es sicher sehr viel schwieriger, ihr gesamtes Handeln Schritt für Schritt nachhaltig auszurichten, sofern der Wille dazu überhaupt vorhanden ist. Es gibt seit vielen Jahren kleinere Anbieter, die sich auf nachhaltige Reisen spezialisiert haben, zum Beispiel die Mitglieder des Forum Anders Reisen, die hervorragende Pionierarbeit geleistet haben. Das Thema ist also nicht neu, aber bislang doch sehr „nischig“, in der breiten Masse ist es noch nicht angekommen. Die großen Veranstalter und OTAs kennzeichnen zwar mittlerweile zum Teil ein „grünes“ Produkt, aber die große Mehrheit der Angebote ist eben nach wie vor herkömmlich. … Sie haben Faircations erst im Februar dieses Jahres gegründet, mitten im schlimmsten Lockdown. Dennoch konnten Sie namhafte Investoren von Ihrem „green and fair travel“-Konzept überzeugen. Was war Ihr stichhaltigstes Argument? Ja, das war schon etwas seltsam - mein Mitgründer war in Frankfurt beim Notar, ich in München, an Reisen und einen gemeinsamen Termin war nicht zu denken. Die Gründung hat auch viel Stirnrunzeln hervorgerufen, nach dem Motto „Seid ihr verrückt, wie könnt ihr jetzt ein TravelStart-up gründen!?“. Aber wir hatten ja schon länger an der Idee gearbeitet und tatsächlich sehen wir die Corona-Krise als Wendepunkt, was Reisen angeht. Die Menschen nehmen Reisen nicht mehr als Selbstverständnis hin und beschäftigen sich allgemein mit dem Thema Nachhaltigkeit: die Corona-Krise als „Nachhaltigkeits-Verstärker“, sozusagen. … Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind zwei Kernanliegen der gesellschaftlichen Transformation. Ihr Partner Stefan Seibel ist Travel Tech-Experte - wie nutzen Sie digitale Tools, um Nachhaltigkeit zu ermöglichen? Die zunehmende Digitalisierung ist Kern unseres B2C-Geschäftsmodells. Auf unserer Online-Buchungsstrecke können sich unsere Kunden ihre Reise individuell und flexibel zusammenstellen und auch direkt buchen. …ff

 

 

  

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