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Wie das Gastgewerbe die vierte Welle nimmt

chefs - 2021-12 - Seite 6-7: Zwischen Déjà-vu, verschärften Bestimmungen und schwindenden Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie: Nach einem halbwegs normalen Sommer hat Corona das Gastgewerbe erneut voll erwischt. Das Weihnachtsgeschäft ist gelaufen, in Sachsen und Bayern mussten Landkreise in regionale Lockdowns, und die Virusmutante Omikron löst neue Ängste aus. Doch die Branche lässt sich von der vierten Welle nicht unterkriegen > Die Lage ist erneut dramatisch: Nicht nur die Inzidenzen haben Höchstwerte erreicht, auch die Umsatzverluste von Hotels und Restaurants gehen wieder steil nach oben. Eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA unter seinen Mitgliedsbetrieben ermittelte bundesweit ein Umsatzminus von mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-November 2019. Mit rund 50 Prozent besonders groß sind die Verluste in Bayern und Sachsen, wo Betriebe in einzelnen Landkreisen wegen hoher Inzidenzen bereits Ende November in regionale Lockdowns gehen mussten. Die Stimmung in der Branche schwankt zwischen den Extremen „Wir schaffen das" und „Wir können nicht mehr" Groß ist die Enttäuschung über das mangelhafte Krisenmanagement der Regierung, die - so Stimmen bei einer Chefs!-Befragung - wertvolle Zeit beim Gegensteuern verschwendet hat. Sascha Stemberg, Küchenchef und Inhaber im Haus Sternberg (Velbert), bringt es so auf den Punkt: „Die Untätigkeit der Politik ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Unternehmers in Gastronomie und Hotellerie, der sich in den letzten 20 Monaten den Hintern aufgerissen hat, um seinen Betrieb zu retten, Außer-Haus-Konzepte zu entwickeln, Lieferanten zu unterstützen und Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter bei der Stange zu halten." Er kann nicht nachvollziehen, warum die Politik - trotz frühzeitiger Warnungen von Wissenschaftlern - zu spät auf eine bereits im Sommer absehbare Entwicklung bei den Corona-Zahlen reagiert hat. Sascha Sternberg: „Wir fuhren mit 200 Sachen ungebremst gegen die Wand und stehen nun genauso da wie vor einem Jahr, nur dass die Infektionszahlen dieses Mal noch höher sind." ... ff

 

 

  

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