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Architektur + Design: „Zeitlos mit zehn bis 15 Prozent Highlights“ Eltahmash Israr, Gründer und Geschäftsführer von Roc

Top hotel - 2021-11 - Seite 46-49: Eltahmash Israr, Gründer und Geschäftsführer von Roc. D, ist Neurobiologe und Interior Designer. Im Interview erläutert er, welchen Komfort er für unverzichtbar hält, und warum Touch-Bedienung nicht immer die beste Lösung ist. > Tophotel: Herr Israr, bei der Konzeption Ihrer Interior Designs stellen Sie die Menschen in den Fokus. Was können Hotel- Einrichter davon lernen? Eltahmash Israr: Es gibt eine Menge cooler Design-Konzepte, Tendenz steigend. Dabei gerät aus meiner Sicht jedoch mitunter die Funktionalität zu sehr in den Hintergrund. Die Gäste möchten, so beobachte ich es immer wieder, zugunsten der Optik nicht auf Annehmlichkeiten verzichten. Sie möchten den Koffer abstellen und selbst bei kurzen Aufenthalten auspacken; eine reine Kleiderstange ist da eher kontraproduktiv. Sie möchten sich auch bequem hinsetzen können oder die Zentralschaltung am Bett haben, sodass sie nicht aufstehen müssen, um das Licht zu löschen. … Welches sind weitere Faktoren, die für die Gäste von großer Bedeutung sind? Bettkomfort ist ein weiterer Aspekt von hoher Bedeutung. Warum beispielsweise nicht Matratzen mit zwei Härtegraden anbieten, die sich wenden lassen? Oder wie oft kommt es vor, dass man das Bad beim Duschen gleich komplett unter Wasser setzt? Ich finde: zu oft. Die Fliesen sollten trotz aller Style-Ansprüche zudem rutschfest sein. Und was nützen Armaturen, die sich über Touch bedienen lassen, wenn die meisten Menschen nach dem Hebel suchen? Ein weiteres Beispiel ist folgendes: Lobbys werden immer häufiger als Open Spaces gestaltet, sollten aber zugleich gut geführt sein, damit die Gäste nicht nach der Rezeption suchen müssen. … Stichworte Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Welchen Blick haben Sie auf diese beiden Themen? Ein klares „Ja“ sage ich zur Digitalisierung. Wobei dabei immer die Balance gehalten werden sollte zwischen den technikaffinen und den in dieser Hinsicht eher unerfahrenen Menschen. Es kommt sehr genau auf die Berücksichtigung der Zielgruppen an. Manche Gäste möchten beispielsweise auch am Bett keine Technik und nachts kein WLAN. Das sollte man mit im Auge behalten. Die Möglichkeit, am Restauranttisch das Handy zu laden, dürfte hingegen mehrheitsfähig sein. Nachhaltigkeit ist ebenfalls sehr wichtig. Wir achten definitiv auf Ressourceneffizienz und den Einsatz nachhaltiger, zunehmend auch recycelter Materialien. Ökobeton oder wasserlösliche Lacke sind nur zwei Beispiele. ...ff

 

 

  

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