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Kaffee & Tee: Interview mit Günter Mallin, Barista bei Tora Coffee Roasters in Japan „Jeden Tag etwas neues Entdecken“

AHGZ - 2021-43/44 - Seite 1018-1019: Herr Mallin, wie sind Sie zum Kaffee und dann auch noch nach Japan gekommen? Meine Frau ist aus Japan, wir haben uns in Deutschland kennengelernt, in Österreich geheiratet und etwa vier Jahre da gelebt. In dieser Zeit kam aus privaten Gründen der Punkt, unseren Lebensmittelpunkt nach Japan zu verlegen. Meine Leidenschaft für Kaffee zum Beruf zu machen, entstand bei einem Gespräch darüber, was ich denn beruflich in Japan machen könnte: Eher im Spaß sagte ich dann, dass ich da ja immer noch Kaffee verkaufen kann. Die Details zu dieser Geschichte stehen auf unserer Homepage - auch auf Deutsch. In Japan haben Sie vor etwa acht Monaten eine Rösterei mit Café eröffnet. Führen Sie beides wie in Österreich üblich oder auf japanische Art? Ich versuche, das Geschäft nach meiner persönlichen Art zu führen und sehe es als Treffpunkt für alle, die Kaffee mögen. Zudem möchte ich als Barista gern mein Wissen über Kaffee mit meinen Kunden teilen. Auf Grund meiner Wurzeln fließen da sicher österreichische Nuancen ein. Es gibt eine Karte mit Klassikern der Wiener Kaffeehauskultur und das obligatorische Glas Wasser zum Kaffee. … Gehören auch Nachhaltigkeit und Fairtrade zu Ihrem Konzept? Soweit es möglich ist, ja. Ich würde sehr gern meine Rohkaffees direkt kaufen und importieren und somit direkten Einfluss nehmen. Die Gesetze zum Import von Lebensmitteln sind hier aber sehr strikt und für mich als kleine Rösterei nur mit hohen Kosten umsetzbar, daher nicht wirtschaftlich. Bei meinen Lieferanten kann ich aber mit gutem Gewissen einkaufen. Sehen Sie zeitgemäße Möglichkeiten, Kaffee kreativ zu inszenieren? Es braucht nicht viel Kreativität oder Inszenierung. Kaffee hat über 1000 verschiedene Aromen und ist weit mehr als dieses bittere, verbrannt schmeckende Getränk, das viele kennen. Wir sollten überlegen, wie wir Kaffee auf den gleichen Weg bringen können, den zum Beispiel Wein geschafft hat. Wenn wir bereit sind, einen fairen Preis für eine gute Qualität zu zahlen, dann können erstens die Produzenten davon leben und zweitens wird sich die Qualität verbessern. ...ff

 

 

  

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