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Kolumne: Aus weniger mehr machen

Cost & Logis - 2021-08 - Seite 23-: Stetig wachsende Reiseströme füllten lange Zeit fast jedes Hotel. Zumal der Wettbewerb der Anbieter oft über den Preis ausgetragen wurde. Das Problem: Wo die Marge schmilzt, kann nur wenig investiert werden - sei es in Personal, gute Betten oder Krisenvorsorge. Dazu kommt: Der Gast gewöhnt sich an niedrige Preise, akzeptiert später nicht, plötzlich wieder mehr für die Übernachtung zahlen zu müssen. Jetzt bietet sich die Chance, diesem Kreislauf zu entrinnen. Es sollte nicht mehr die Frage gestellt werden, wann die alten Zeiten wiederkommen, sondern vielmehr, was das neue Normal sein wird. Verbunden mit der Frage, ob die jeweiligen Konzepte mit dem neuen Normal kompatibel sein werden. Konsolidierung ist absehbar. Die staatlich gewährten und maßgeblich von den Verbänden eingeforderten Hilfen haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Insider sprechen in diesem Kontext sogar von einem Negativeffekt bei der Insolvenzstatistik. So zum Beispiel auch auf dem Hospitality Summit in Zürich. Die Insolvenzquote liege derzeit um zehn Prozent unter der in der Branche sonst üblichen, hieß es dort. In Deutschland dürfte dieser Effekt noch größer sein, da die Hilfen hier üppiger ausfielen. Deshalb soll allerdings auch, wie zu hören war, die Insolvenz-Pipeline hierzulande gut gefüllt sein - mit Hotels, die ihre letzten Eigenkapitalreserven aufgebraucht haben, denen das Ende der Hilfen droht und deren Gäste nach wie vor wegbleiben. Jene hingegen, die Privatreisende schon immer als Zielgruppe hatten, können sich vor Gästen kaum retten. …ff

 

 

  

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