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Interview mit Antonio Baravalle, CEO des Kaffeekonzerns Lavazza - „Enorme Risiken“

AHGZ - 2021-39/40 - Seite 21-: Antonio Baravalle, CEO des Kaffeekonzerns Lavazza, über den Rückgang des Außer-Haus-Geschäfts, den wachsenden Onlinehandel und Rohstoffsorgen durch den Klimawandel. > Herr Baravalle, Umsatz und Gewinn von Lavazza sind während der Corona-Krise eingebrochen. Wie genau ist das passiert? 2020 war für alle ein besonderes Jahr. In den ersten drei Monaten waren wir noch zweistellig gewachsen, wir hatten also ein fantastisches Jahr vor Augen. Aber dann ist Corona über uns gekommen. Unser Umsatz im Foodservice ging um 40 Prozent zurück, im Bürosegment um 30 Prozent. Der Einzelhandel wuchs enorm um 17 Prozent, der ECommerce sogar um etwa 110 Prozent. Aber unterm Strich blieb ein Minus von 5 Prozent beim Umsatz und eines von 8,8 Prozent beim Ebitda. Sie erzielen nur 55 Prozent Ihres Umsatzes im Einzelhandel und sind womöglich zu abhängig vom Außer- Haus-Konsum. Wie wollen Sie das jetzt ändern? Wir haben uns entschieden, das nicht zu ändern. Wir sind ein Familienunternehmen. Wir denken nicht kurzfristig und müssen keine Aktionäre oder Finanzanalysten zufriedenstellen. Und der Außer- Haus-Konsum wird zurückkommen. Wenn man eine Marke aufbaut, braucht man jeden Kontakt zum Kunden: zu Hause, im Büro, in Cafés und Bars. Der Einzelhandel ist sicher unglaublich wichtig, aber wir brauchen die Kombination aller Touchpoints. … Die Digitalisierung ist einer der Megatrends in Corona-Zeiten. Wie wichtig ist sie für Sie? Der Onlinehandel wächst und geht nicht mehr zurück. Corona hat Amazon und Co. ein unglaubliches Geschenk gemacht, was die Reichweite angeht. Jetzt erreichen sie Menschen, die ihnen vorher sehr fern waren. In Italien haben 80-Jährige angefangen, online einzukaufen. Aber was bedeutet das für Lavazza? Wir machen jetzt rund 7 Prozent unseres Gesamtumsatzes online, doppelt so viel wie vor der Pandemie. Und das ist nur unser Direktvertrieb. Traditionelle Einzelhändler wie Esselunga oder Coop verkaufen unseren Kaffee auch online, aber deren Zahlen haben wir nicht. Im Moment erneuern wir unsere E-Commerce-Kapazitäten, um noch mehr direkt an Verbraucher zu verkaufen. ...ff

 

 

  

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