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Interview Dieter und Daniel Müller: "Wir dürfen nicht einschlafen"

AHGZ - 2021-39/40 - Seite 6-8: Wechsel in der operativen Führung der Budget-Design-Kette Motel One. Der Gründer und langjährige CEO Dieter Müller hat das Tagesgeschäft an seinen Sohn Daniel Müller sowie Stefan Lenze übergeben. Wie laufen die ersten Monate? > Dieter Müller, im Mai gab es die Veränderung an der Spitze. Wann und wie reifte der Entschluss? Dieter Müller: Mein ursprüngliches Ziel war es, früher zu übergeben. Ich bin jetzt 67 und wollte den Wechsel eigentlich schon vor zwei Jahren vornehmen. Dann sind wir in die Pandemie gerutscht und ich war etwas zögerlich, das in dieser schwierigen Phase zu vollziehen. Setzt man sich in der Familie zusammen und sagt, ab nächstem Monat machst Du den Job oder gibt es ein detailliertes Regelwerk? Dieter Müller: In diesen Prozess waren keine Anwälte involviert. Es ging nicht darum, die Erbschaft zu regeln. Wir haben das innerhalb der Familie seit vielen Jahren diskutiert. Ich wollte nicht den Absprung verpassen. Man muss im Alter aufpassen, denn man wird ein bisschen selbstherrlicher und ungeduldiger auf Grund seiner Erfahrung. Vieles hat man schon vor 30 Jahren gehört und interessiert sich nicht so dafür, wie es sein sollte. Wenn man das merkt, ist es Zeit. Die Nachfolge im Familienunternehmen ist oft schwierig. Wie läuft es bei Ihnen? Dieter Müller: Es gibt viele Beispiele, bei denen Unternehmer ihren Betrieb bis ins hohe Alter selbstherrlich führen. Ich war zum Glück in der Lage, die Entscheidung selbst zu treffen, man hat es mir nicht nahegelegt. Daniel Müller, wie lange haben Sie sich auf ihre neue Chef-Rolle vorbereitet? Daniel Müller: Seit meinem Eintritt in die Firma 2007. Ich konnte sehen, wie mein Vater entscheidet, durfte eng mit ihm zusammenarbeiten. Seit 2010 bin ich Mitglied im Management Board und für Operations verantwortlich. Von den alten Weisen konnte ich viel lernen. 2018 wurde ich zum Co-CEO ernannt. Es ist also über Jahre aufgebaut und kein Sprung ins kalte Wasser. … Wollten Sie von Anfang an die Nachfolge übernehmen oder etwas ganz anderes machen? Daniel Müller: Es war kein familiärer Zwang da und ich hatte alle Optionen. Die Leidenschaft ist nach dem Studium entstanden. Dieter Müller: Die Kinder haben unterschiedlich reagiert. Am Familientisch war das Thema Hotel immer gegenwärtig. …ff

 

 

  

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