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Nachgefragt: Gunnar Barghorn führt sein Metallbauunternehmen im Landkreis Wesermarsch auf ungewöhnliche Weise

Küche - 2021-08/09 - Seite 8-: Küche: Sie sehen sich nicht als Chef, sondern als Coach. Was bedeutet das genau? Gunnar Barhorn: Ich möchte Menschen entwickeln, schaue darauf, was sie gut können und trainiere ihre Stärken. Ich trainiere die Mannschaft, bestimme über das Spielsystem und halte nach neuen Spielern Ausschau. Die besten Chancen hat ein Trainer, der nicht selbst mit auf dem Platz steht, sondern am Rand bleibt und die Übersicht behält. Die Aufgabe des Unternehmers, hier des Trainers, ist die des „Disruptors", des Veränderers und Zerstörers im eigenen Unternehmen. Er reißt Systeme nieder und sucht nach neuen, noch wirksameren Ansätzen. Er setzt ständig neue Anreize, damit Menschen sich entwickeln können. Sie haben mal gescherzt, dass ein Mitarbeiter von Ihnen noch nicht einmal die Uhrzeit genannt bekommt. Sind Sie so unhöflich? Nein, das bin ich sicher nicht. Doch wenn man von einem Mitarbeiter verlangt, Verantwortung zu tragen, sollte man aufhören zu antworten. Wenn ich derjenige bin, der Antworten gibt, nehme ich nicht Führung wahr, sondern ich nehme Verantwortung ab. Stattdessen versuche ich, mit gezielten Fragen zur Selbsthilfe so lange zu lenken, bis der Mitarbeiter das Prinzip durch „Learning by Doing" verstanden hat. Und auf Kosten der Leistungsbereitschaft geht das nach Ihren Erfahrungen nicht? Nein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterwollen Leistung zeigen, wirksam sein und damit einen Beitrag leisten. Bei jedem Versuch, das Unter-.0 nehmen schneller zu machen, benötigen die Beschäftigten Sicherheit. Insbesondere die Sicherheit, keine negativen Konsequenzen für einen solchen Versuch befürchten zu müssen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genau diese Sicherheit zu geben, ist der Beitrag als Führungskraft. Vielen Dank für das Gespräch! …ff

 

 

  

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