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Food Art: Techno auf dem Teller - Enrico Münker

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Äußerlich ist Enrico Münker ein zurückhaltender Typ. Aber innendrin pulsiert das Leben laut und freaky - im Technobeat. Zu sehen ist das nur in seinen Gerichten, die er seit Kurzem mit Erfolg auf Instagram präsentiert. >Schwarze, zurückgegeite Haare und Undercut - unter dem rechten Ohr ist deutlich ein Kopfhörer-Tattoo zu sehen. Seine Mimik ist jung und neugierig, zugleich zurückhaltend und höflich. Die Grübchen im Gesicht verraten, dass Enrico Münker gerne lacht. Die Augen richtet er konzentriert auf den Teller, den er soeben anrichtet. Musik läuft nicht. Der 32-Jährige ist klassisch ausgebildeter Koch, aber das, was er auf die Teller „malt`, ist so laut und bunt wie eine Technoparty. „Routine ist nicht meines. Mir ist auch ganz schnell langweilig. Beim Einkaufen und Kochen habe ich keinen Plan. Ich suche mir den Hauptdarsteller und lasse mich von meinem Instinkt leiten. Ich will, dass es anders ist." Vorhang auf für den ersten Hauptdarsteller: den Oktopus (Seite 26). „Ich habe für ihn einen Tee aus lila Hibiskusblüten, Roter Bete und einer rötlichen Traube gekocht. Der Tee schmeckt fruchtig- süß, erdig, ein bisschen bitter. Darin habe ich den Oktopus eine Nacht eingelegt, nachdem dieser etwa 40 Minuten in einem Sud von Weißwein, Kräutern und Lorbeer gekocht wurde." Lila kommt er nun daher, der Kraken-Arm. Aber zuerst gibt Enrico Münker einen Splash auf den Teller. Der Tee wurde dafür gebunden; mit Fischfond aufgekocht und mit Sepia-Tinte angedickt. … Enricos Food Art entsteht > Weil es ihm in der Corona-Zwangspause schnell langweilig wurde, fing er im letzten Jahr an, seine Kreationen bei Instagram zu posten. Der erste Post ging Anfang Oktober 2020 online: Tatar, Rind, Honig, Sent Kapern. Mit den Hashtags #foodporn #handemadewithlove oder #healthyfood-dazu ein noch recht zurückhaltendes Foto. Ähnlich der zweite Post: Austern, Petersilienschaum, Meersalz. Der vierte Post ging schon mehr in die Vollen: Risotto Blue und Gorgonzola. Blau-Weiß- Gelb-Pink auf einem Teller. Langsam wurde er mutiger, postete immer bunter und entwickelte einen individuellen Food- Art-Stil. Mit Erfolg. Sein Post vom 17. Januar 2021 erreichte 20.000 Menschen weltweit: ein extrahierter Kräutersud, Bläschen in frischem Moosgrün auf einem goldenen Löffel. ...ff